Aktive Stadt- und Ortsteilzentren

Aktive Stadt- und Ortsteilzentren

Luftbild Luckenwalde

Innenstädte, Stadtteilzentren und Ortskerne haben herausragende Bedeutung für die Zukunft unserer Kommunen. Negative Veränderungen in ihrem Zustand und ihrer Ausstrahlung, insbesondere bei Leerstand gewerblicher Immobilien, wiegen für eine Kommune schwerer als solche in weniger fokussierten Quartieren. Entsprechend drastisch offenbaren sich damit einhergehende Konflikte.

Das 2008 aufgelegte Bund-Länder-Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ unterstützt die Kommunen deshalb dabei, die stadtbaukulturelle Substanz, die städtebauliche Funktionsfähigkeit, die soziale Vitalität und den kulturellen Reichtum der Zentren zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Als „verlängerter Arm“ der Verwaltung, aber in dieser Funktion neutral, bringen wir die Beteiligten in diesem Prozess auf „Augenhöhe“, erarbeiten Analysen und Zielformulierungen, vermitteln durch Netzwerkarbeit und Moderation, erstellen Finanzierungskonzepte aus Fördermitteln und privatem Kapital oder liefern unternehmensspezifische Beratung.


Referenz: Hamburg Barmbek

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Der Stadtteil Barmbek-Nord im Bezirk Hamburg-Nord ist stadträumlich zur inneren Stadt zu rechnen. Die Fuhlsbüttler Straße, Herz des Stadtteils, war lange ein gut funktionierender Einzelhandelsstandort. Er litt aber zunehmend unter Folgen des Strukturwandels im Einzelhandel und Kaufkraftabfluss. 2004 sah sich die zuständige Behörde zur Einleitung Vorbereitender Untersuchungen nach § 141 BauGB veranlasst. Zur Behebung der dabei ermittelten städtebaulichen Missstände, Funktions- und Substanzschwächen wurde das Quartier 2005 als Fördergebiet im Programm „Städtebauliche Sanierung“ ausgewiesen. Die BIG Städtebau GmbH erhielt 2006 nach einer europaweiten Ausschreibung die Beauftragung als treuhänderischer Sanierungsträger.

Mit der Schließung einer Hertie-Filiale 2009 spitzte sich die Situation weiter zu. Deshalb wurde die Förderkulisse um das Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ (ASO) ergänzt, das hier konkret die Kompensation von Funktionsverlusten in dezentralen Hamburger Zentrengebieten unter Fokussierung auf ausgewählte Stadträume und Zielgruppen anstrebt.

Die Fuhlsbüttler Straße als Hauptversorgungsachse erfährt eine vollständige Umgestaltung im zentralen Bereich. Ein 2012 entstandener ASO-Beirat begleitet die Durchführung einzelner Aktivitäten. Über ihn - in Abstimmung mit dem Sanierungsbeirat im Fördergebiet - vollzieht sich die Vernetzung der primären Zielgruppen, um Akzeptanz für die baulichen Maßnahmen zu steigern und privates Engagement einschließlich privater Finanzquellen zu mobilisieren. Zur Unterstützung von Initiativen und Aktionen wirtschaftet der ASO-Beirat mit einem Verfügungsfonds.

  • Förderkulisse: Aktive Stadt- und Ortsteilzentren
  • Fördermittel: 7,1 Mio. Euro
  • Kosten: ca. 11,5 Mio. Euro (Mitteleinsatz bis 2017)
  • Größe: ca. 21 ha
  • Zeitraum: 2010 - 2017
  • Aufstellung und Fortschreibung des Integrierten Entwicklungskonzeptes
  • Erarbeitung und jährliche Fortschreibung des Zeit-Maßnahmen-Kosten-Planes (ZMKP)
  • Organisation von Beteiligungsprozessen in Einzelvorhaben und Veranstaltungsorganisation
  • Projektsteuerung und Begleitung von baulichen Maßnahmen
  • Erarbeitung von Anträgen, städtebaulichen Verträgen und schriftlichen Stellungnahmen zu genehmigungspflichtigen Vorgängen
  • Moderation von thematischen Gesprächsrunden und öffentlichen Veranstaltungen
  • Bürgerberatung sowie individuelle Projektberatung von Eigentümern, Investoren und Nutzungsberechtigten
  • Laufende Öffentlichkeitsarbeit (Print und Internet)
  • Initiierung und Koordination der internen Kommunikation im Quartier, u.a. durch Betreuung und Mitwirkung im Beirat

Referenz: Hamburg Niendorf Nord

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Niendorf-Nord im Hamburger Stadtbezirk Eimsbüttel ist ein gewachsenes Nahversorgungszentrum für etwa 5.000 Einwohner. Arrangement und städtebauliche Beschaffenheit der bestandsbildenden Immobilien, Flächen und Liegenschaften, bedingt durch Infrastruktur- und Eigentumsverhältnisse, wirkten im Standortwettbewerb jedoch einer weiteren attraktiven Entwicklung entgegen. Abwanderung von Kunden und Gewerbetreibenden hatte eingesetzt. Das Stadtteilzentrum drohte, seine Versorgungsfunktion und damit eine elementare Komponente eines lebenswerten Umfeldes zum langfristigen Nachteil für das ganze Stadtgebiet einzubüßen.

Gemeinsam mit Gewerbetreibenden, Eigentümern und anderen Akteuren vor Ort werden deshalb Neuordnungs- und Gestaltungsmaßnahmen ergriffen, in deren Ergebnis Niendorf-Nord als Wohn- und Einkaufsstandort mit hohem Attraktionspotential vor allem für seine Bewohner erhalten bleiben soll. Wesentliche Ansatzpunkte in der Aufwertung der städtebaulichen Situation sind die Stärkung des Gewerbes und die barrierefreie Umgestaltung der öffentlichen Freiräume.

Die BIG Städtebau GmbH steuert die Gesamtmaßnahme. Für das Maßnahmenpaket werden Städtebaufördermittel und privates Kapital akquiriert. Voraussetzung dafür sind die vom Gebietsmanagement der BIG Städtebau GmbH initiierten Beteiligungsstrukturen. Um private Akteure für die gemeinsame Umsetzung der Sanierungsziele zu gewinnen, sind insbesondere die spezifischen lokalen Eigentumskonstellationen zu berücksichtigen.
Mit der Profilschärfung als barrierefreier, generationsübergreifender Einkaufs- und Dienstleistungsstandort erhält das Zentrum die Basis für eine nachhaltige Entwicklung.

  • Förderkulisse: Aktive Stadt- und Ortsteilzentren
  • Fördermittel: 1,95 Mio. Euro
  • Kosten: 3,35 Mio. Euro
  • Gebietsgröße: ca. 7 ha
  • Zeitraum: 2011-2015
  • Errichtung von Beteiligungsstrukturen
  • Organisation und Moderation von Beteiligungsprozessen
  • Öffentlichkeitsarbeit, Marketingkonzept sowie Aufbau und Stärkung vorhandener gewerblicher Kooperationen
  • Aufwertung des öffentlichen Raumes
  • Flächenmanagement
  • Projektentwicklung und -management

Referenz: Luckenwalde

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Luckenwalde, Kreisstadt von Teltow-Fläming und Mittelzentrum im äußeren Verflechtungsraum des Landes Brandenburg, liegt ca. 50 km südlich Berlins. Die Stadt mit heute 20.000 Einwohnern hatte seit der Gründerzeit eine prägende industrielle Basis, deren partieller Mangel an Wettbewerbsfähigkeit mit dem Zusammenbruch der DDR aber zu einem umso gravierenderen Strukturwandel führte. Auch bedingt dadurch verringerte sich die Bevölkerungszahl zwischen 1991 und 2001 um 15 Prozent. An diesen Prozessen wiederum litten unmittelbar Geschäftsleben wie Einzelhandel in der Stadt und mittelbar die mittelzentrale Versorgungsfunktion.

Schwerpunkte der Intervention im Rahmen dieses Förderprogramms sind deshalb die Stabilisierung der städtischen Funktionen, die Sicherung der Wirtschaftskraft, der Ausbau touristischer wie kultureller Angebote und die Stärkung zentraler Versorgungsbereiche in der Innenstadt. Priorität in der Stadtentwicklung hat außerdem die Revitalisierung der innerstädtischen Gewerbebrachen und des Leerstandes in gewerblichen und Einzelhandelseinrichtungen.

Die BIG Städtebau GmbH begleitete bzw. begleitet die Stadt bei der Erarbeitung einer entsprechenden Strategie und der Einzelmaßnahmen, deren Umsetzung sie steuert. Die Aufwertung der Infrastruktur und der öffentlichen Räume sind eine Hauptaufgabe im investiven Bereich. Parallel werden mit der nichtinvestiven Komponente lokale Initiativen der Einzelhändler und Gewerbetreibenden wie das Innenstadtmanagement, Verfügungsfonds, Netzwerkbildungen und Stadtteilfeste unterstützt. Der gekoppelte Ansatz aktiviert ein Maximum an lokalem Potenzial und erzeugt Attraktionssignale im Standortwettbewerb.

  • Förderkulisse: Aktive Stadt- und Ortsteilzentren
  • Kosten: 9,8 Mio. Euro
  • Gebietsgröße: 31,3 ha
  • Zeitraum: 2008-2019
  • Koordinierung und Steuerung der städtischen Stadtumbau- und Sanierungsmaßnamen
  • Vorbereitung und Organisation von Baumaßnahmen und konzeptionellen Planungsgrundlagen
  • Fördermittelmanagement und Fördermittelcontrolling
  • Öffentlichkeitsarbeit und Bürgeraktivierung

Barmbek baut

Kommunikation. Projekte. Partizipation.

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