Kleinere Städte und Gemeinden

Im Ergebnis von demografischem Wandel, Migration und Urbanisierung wurden die Probleme dezentraler Kommunen seit dem Jahrtausendwechsel deutschlandweit immer evidenter. Einrichtungen der öffentlichen Daseinsfürsorge, Kliniken oder Bibliotheken zum Beispiel, zogen sich aus der Fläche zurück oder entsprachen nicht mehr dem Bedarf der veränderten Bevölkerungsstruktur.

Mit diesem Programm zielen Bund und Länder deshalb auf die Stabilisierung der Regionen ab. Ein wichtiges Instrument ist die Förderung der interkommunalen Zusammenarbeit, aber auch die Definition von Standards für den Unterhalt von Einrichtungen der Daseinsvorsorge unter den Bedingungen des Wandels.

In diesem Rahmen ziehen die Partner der BIG Städtebau besonderen Nutzen aus unserer starken Präsenz vor Ort, der intimen Kenntnis der jeweiligen Gegebenheiten und der Möglichkeit, ungebunden durch kommunale Zuständigkeitsgrenzen, den regionalen Dialog zu stimulieren.

„Wenn hier ein Bürgermeister in der Nachbarkommune die Möglichkeiten bisher unangesprochener Kooperationspotenziale ausloten möchte, dann weiß er, welche Kanäle ihm bei uns zur Verfügung stehen.“

Thomas Riemer, Leiter des BIG-Regionalbüros Neubrandenburg, zuständig u.a. für die Uecker-Randow-Region

Referenz: DA!SEIN - Leben im ländlichen Raum in der Mecklenburgischen Seenplatte

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Der südöstliche Teil des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte gehört zu den Regionen mit einer attraktiven naturräumlichen Ausstattung. Gleichzeitig hat er aber entwicklungsgeschichtlich bedingt eine dünne Bevölkerungsdichte und einen relativ niedrigen Konzentrationsgrad. Vor diesem Hintergrund stellen die Stabilisierung der wirtschaftlichen Entwicklung, die im Interventionsgebiet nicht zuletzt auf dem Tourismussektor ein hohes Potenzial hat, und der Erhalt von qualitativ hochwertigen Kultur- und Bildungsangeboten im Kontext der Daseinsvorsorge wachsende Herausforderungen dar.

„DA!SEIN - Leben im ländlichen Raum in der Mecklenburgischen Seenplatte“ ist ein interkommunales Projekt, in dem vier Kommunen unter Begleitung der BIG Städtebau diese Herausforderung gemeinsam und innovativ annehmen. Anbieter und Angebote erhalten Planungssicherheit, indem man sich gemeindeübergreifend auf ausgewählte Standorte konzentriert und deren Ausstrahlung in der Fläche vernetzt. Dieses Vorgehen ermöglicht sowohl eine niveauvolle inhaltliche Qualifizierung und Ausstattung der jeweiligen Einrichung wie auch den Betrieb durch Fachpersonal. Parallel unterstützen die Akteure und die Struktur bewusst die wirtschaftliche Entwicklung in der Region, z.B. durch Angebote im Tourismussektor. Mit dem Projekt wird erstmalig ein interkommunaler Beitrag zur Stärkung der Wirtschaftskraft durch Sicherung von weichen Standortfaktoren in der Region Mecklenburgische Seenplatte geleistet. Pilotcharakter hat das Projekt auch wegen der Heterogenität der beteiligten Kommunen, deren Spektrum von der Residenzstadt Neustrelitz bis zur Flächengemeinde reicht.

  • Förderkulisse: Kleinere Städte und Gemeinden
  • Fördermittel: 6,0 Mio. Euro (Städtebauförderung, Mittel aus EU-Programmen ELER (LEADER) u. EFRE (Tourismusförderung))
  • Kosten: 25,5 Mio. Euro
  • Gebietsgröße: ca. 1.200 km² - Teilregion der Mecklenburgischen Seenplatte, 4 Kommunen: Neustrelitz, Burg Stargard, Penzlin, Gemeinde Feldberger Seenlandschaft
  • Zeitraum: 2010-2018
  • Erarbeitung und Fortschreibung von strategischen Handlungsprogrammen,
    Entwicklungszielen, Themenschwerpunkten und Maßnahmenplan
  • Koordination der interkommunalen und projektbezogenen Zusammenarbeit
  • Akquirierung von Fördermitteln
  • Aufbau von komplexen Finanzierungskonzepten
  • Projektsteuerung und -management für investive Maßnahmen
  • Öffentlichkeitsarbeit und Marketing