Stadtumbau

Stadtumbau

Neubrandenburg

Der demografische Wandel, permanente Veränderungen in der Arbeitswelt, die Umstrukturierung der Sozialsysteme und andere gesellschaftliche Entwicklungen verursachen auch städtebauliche Herausforderungen. Im Jahr 2000 standen in Ostdeutschland etwa eine Million Mietwohnungen leer. Und die Folgen der genannten Entwicklungen sind mittlerweile auch bei Unternehmen, Arbeitsplätzen und Einwohnerzahlen in den westdeutschen Städten und Regionen bemerkbar.

Mit dem Bund-Länder-Programm „Stadtumbau” verfolgt der Bund integrierte Ansätze zur Erarbeitung von Best-Practices. Zum einen werden städtebauliche, wohnungswirtschaftliche, infrastrukturelle, sozioökonomische Aspekte miteinander verknüpft („Stadtumbau- Ost”), zum anderen Maßnahmen umgesetzt, um nachhaltige städtebauliche Strukturen herzustellen, die auf ganzheitlichen Entwicklungskonzepten basieren („Stadtumbau West”).

Mit unserer Expertise im Stadtumbaumanagement unterstützen wir Kommunen bei der Analyse, Vorbereitung, Durchführung und Abrechnung von Maßnahmen dieser Städtebauförderungsprogramme. Die Erfolge, die wir dabei mit den Kommunen erzielen, beruhen vor allem auf differenzierter Untersuchung und Formulierung von Problemen, Potenzialen und Leitzielen.


„Stadtumbau Ost“

Im Jahr 2000 standen in Ostdeutschland 13 Prozent des Bestandes an Mietwohnungen und somit insgesamt etwa eine Million Wohnungen leer. Mit dem Programm „Stadtumbau Ost“ reagierten Bund und Länder auf den Wohnungsleerstand und die damalige Situation der Städte in den neuen Bundesländern.

Im Mittelpunkt des „Stadtumbaus Ost“ steht ein integrierter Ansatz, der städtebauliche, wohnungswirtschaftliche, infrastrukturelle und sonstige für die Stadtentwicklung wichtige Aspekte miteinander verknüpft.

Referenz: Wittenberge

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Wittenberge war ein Industriestandort in einem agrarisch geprägten Umfeld. Die Stadt mit ca. 17.500 Einwohnern liegt an der Elbe im nördlichen Brandenburg. Der wirtschaftliche Strukturwandel nach der der deutschen Wiedervereinigung, Bevölkerungsrückgang und Missstände im baulichen Bereich beeinträchtigten die Entwicklung Wittenberges erheblich.

Die offensive städtebauliche Gegensteuerung setzte mit der Ausweisung des Sanierungsgebietes „Altstadt“ 1991 bei einem der sensibelsten Punkte an. Nach ersten Sanierungsmaßnahmen unter Begleitung der BIG-STÄDTEBAU und der Aufnahme Wittenberges in das Stadtumbauprogramm 2002 wurde die gesamte Innenstadt als Handlungskulisse für Aufwertungsmaßnahmen festgelegt. Seit 2005 hat der integrierte Stadtentwicklungsprozess einen förmlichen Rahmen. Dabei werden u.a. nationale Fördermittel mit EFRE-Maßnahmen kombiniert.

  • Förderkulisse: Stadtumbau Ost
  • Kosten: 45,2 Mio. Euro
  • Gebietsgröße: 236 ha
  • EW im Gebiet: 12.036 EW
  • Zeitraum: 2002-2020
  • Programmsteuerung u. konzeptionelle Begleitung/Beratung des Stadtentwicklungsprozesses
  • finanzielle Abwicklung privater Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen
  • Bewirtschaftung des Treuhandvermögens
  • Bürgeraktivierung (z. B. Zukunftswerkstatt)
  • Öffentlichkeitsarbeit (z. B. Stadtumbauzeitung)
  • Mitarbeit bei der Erstellung und Fortschreibung des InSEK

Stadtumbau West

Auch in den Städten der alten Bundesländer ist der demografische und wirtschaftliche Wandel mit Verlusten an Unternehmen, Arbeitsplätzen und Einwohnern zunehmend spürbar.

Mit dem Bund-Länder-Programm unterstützt der Bund seit 2004 die Städte in den alten Bundesländern. Ziel ist es, nachhaltige städtebauliche Strukturen herzustellen, die auf ganzheitlichen Entwicklungskonzepten basieren.

Referenz: Hafenspange in Elmshorn

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Wie ein Koordinatennetz überzieht die B 431 die Wohn- und Gewerbebereiche im Nordwesten Elmshorns. Der rasant wachsende Verkehr gab bereits in den 80er Jahren wegen der hohen Innenstadtbelastung Anstoß zu Überlegungen über eine alternative Straßenführung. Gleichzeitig gewann das Naherholungspotential der Krückau, ein Nebenfluss der Elbe und traditioneller Frachtweg zwischen Elmshorn, Hamburg und der Nordsee, vor allem für das Zentrum der hoch industrialisierten Kreisstadt steigenden Wert.

Das Projekt „Hafenspange“ unter Gesamtsteuerung der BIG-STÄDTEBAU griff beide Anliegen auf. Diese etwa 500 m lange Nord-Süd-Querung über die Krückau reduziert den Innenstadtweg der B 431 auf ein Viertel und wird nach endgültiger Fertigstellung voraussichtlich täglich 12.000 Fahrzeuge aufnehmen. Gleichzeitig ermöglicht sie die Neuanbindung eines benachbarten Einzelhandelsstandortes und befreit damit die unmittelbare nördliche Uferstraße von Verkehrsdruck.

  • Förderkulisse: Stadtumbau West
  • Fördermittel: Städtebauförderung und GVFG
  • Kosten: 17,7 Mio. Euro
  • Zeitraum: 2008-2014
  • Strategieentwicklung: Mitwirkung bei der Erarbeitung der Ziele und Maßnahmen der Sanierung sowie Ableitung der Einzelmaßnahme
  • Vollumfängliches Fördermittelmanagment: Beantragung von Städtebaufördermitteln und GVFG-Mitteln, Vorfinanzierung und Rückführung
  • Abwicklung des laufenden Zahlungsverkehrs, Führung von Treuhandkonten
  • Erstellung des Verwendungsnachweises und einer Dokumentation