Städtebaulicher Denkmalschutz

Güstrow

Trotz intensiven Wiederaufbaus waren etliche westdeutsche Kommunen 25 Jahre nach dem Krieg noch in einem Zustand, der die damalige Bundesregierung Anfang der 70er Jahre zur Auflage des ersten Städtebauförderprogramms „Stadtsanierung und Entwicklung“ bewog. Die BIG Städtebau trug zur Initiierung dieses jetzt auslaufenden Programms bei und setzte es vor allem in norddeutschen Städten um.

Vielen ostdeutschen Städten drohte dann zum Zeitpunkt der deutschen Wiedervereinigung der Verfall.

Nach ersten Modellvorhaben in ausgewählten Städten und vorläufigen Sicherungsmaßnahmen durch teilweise unkonventionelle Eingriffe bei gefährdeten Bauwerken mit Denkmalwert und ungeklärten Eigentumsverhältnissen rief der Bund deshalb schließlich ergänzend zum Programm „Sanierung und Entwicklung“ das Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ ins Leben.

Hier profitieren unsere Partner von unserer jahrzehntelangen Erfahrung auf dem Gebiet des städtebaulichen Denkmalschutzes im Kontext einer bedarfsgerechten Stadtentwicklung. Unsere Stadtplaner und Architekten, Bauhistoriker und Archäologen, Juristen und Fachleute anderer Spezialgebiete gewähren den Kommunen in ihren Projekten fachliche und rechtliche Sicherheit.

Referenz: Güstrow Altstadt

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Die Altstadt Güstrows komprimiert auf gut 60 Hektar ein eindrucksvolles architektonisch-städtebauliches Erbe. Der mittelalterliche Stadtgrundriss mit seiner Parzellenstruktur und die Bausubstanz – von 800 Gebäuden sind 40% Einzeldenkmale und weitere 40% von besonderer städtebaulicher Bedeutung – führten bereits zu DDR-Zeiten zur Einstufung als Flächendenkmal von nationalem Rang. Dieses Kulturerbe galt es nach der Wende zu bewahren und zugleich zukunftsfähig zu machen. Besondere Förderung durch den Bund erhielt Güstrow von 1991-1996 als eines von neun „Modellvorhaben der Stadterneuerung“ in den neuen Ländern. Als Sanierungsträger wurde die BIG-STÄDTEBAU GmbH beauftragt.

Parallel zur Erarbeitung grundlegender wie detaillierter Untersuchungen und Planungen begann die umfassende Erneuerung der Infrastruktur, die Neugestaltung des öffentlichen Raumes und die Sanierung öffentlicher und privater Gebäude. Inzwischen sind 80% aller Erschließungen erneuert und nahezu alle öffentlichen Bauten modernisiert. Fast 300 private Modernisierungen wurden im Ergebnis umfassender Beratungen, fachlicher Begleitung und komplexer Förderungsmodelle vorgenommen. Vorbereitend hat die BIG-STÄDTEBAU detaillierte bauhistorische Untersuchungen und denkmalpflegerische Zielstellungen hierfür initiiert und betreut. Darunter sind markante Einzeldenkmale wie das Renaissancepalais Domplatz 16, in dem der Plakatkünstler Gunter Rambow wohnt und wirkt. Ein Schwerpunkt der letzten Jahre liegt auf dem Umbau und der modernen Ergänzung bedeutender Denkmale, so etwa der von 1560 stammende Domschule zu einem Teil des benachbarten Gymnasiums. Die BIG-STÄDTEBAU bringt dabei vor allem ihre Kompetenzen in der anspruchsvollen Konzeptentwicklung und in der Akquisition geeigneter Fördermittel von EU, Bund, Land und privaten Stiftungen ein.

  • Förderkulisse: Städtebaufördermittel EFRE, BKM-Mittel, Landesdenkmalmittel, Stiftungsmittel, GA-Mittel, etc.
  • Fördermittel: 90 Mio. Euro (Stand Dez. 2014)
  • Kosten: 117 Mio. Euro (Stand Dez. 2014)
  • Größe: 62,5 ha
  • Zeitraum: seit 1991
  • Strategieentwicklung: Mitwirkung bei der Erarbeitung der Ziele und Maßnahmen der Sanierung
  • Betreuung bauhistorischer Untersuchungen und denkmalpflegerischer Zielstellungen
  • Abwicklung von privaten Modernisierungsmaßnahmen
  • Betreuung von Gemeinbedarfs- und Folgeeinrichtungen
  • Ausbau neuer sowie Erneuerung vorhandener Erschließungsanlagen
  • Abwicklung des laufenden Zahlungsverkehrs, Führung von Treuhandkonten
  • Erstellung des abschließenden Verwendungsnachweises und einer Dokumentation für die städtebauliche Gesamtmaßnahme

Referenz: Havelberg

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Die Hansestadt Havelberg hat eine einzigartige Lage. Sie gliedert sich in die Stadtinsel inmitten der Havel und den sich nördlich anschließenden Höhenzug mit dem Dombereich und den Ortserweiterungen. Die prägenden Spuren der Geschichte sind gut zu erkennen. Erhalten sind der mittelalterliche Grundriss der Stadtinsel ebenso wie die Grundstruktur um den Dom St. Marien. Von Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg weitgehend verschont, litt der historische Stadtbereich allerdings bis zur deutschen Wiedervereinigung stark unter Vernachlässigung.

Die heute 5.500 Einwohner Havelbergs leben größtenteils in den Stadtgebieten nördlich der Havel. Dort konzentrierten sich zur DDR-Zeit öffentliche Einrichtungen und nach der Wende auch Einkaufsmärkte. Der fast kreisrunden Altststadtinsel drohte dagegen die Abkoppelung von belebenden Entwicklungen. Ihre Funktionsstärkung als historischem Zentrum hat im Stadterneuerungsprozess deshalb hohe Priorität.

Schwerpunkte der Erneuerung liegen in der Sanierung der erhaltenswerten Bausubstanz. Dabei sind nachhaltige Nutzungsaspekte und die funktionelle Aufwertung der Gebäude mit den Belangen der Denkmalpflege in Einklang zu bringen. Die Gestaltung des öffentlichen Raumes, der Straßen, Wege, Plätze sowie die Schaffung von Parkplätzen waren ebenfalls wichtige Sanierungsziele und stehen kurz vor ihrem Abschluss. Die Maßnahmen brachten die städtebaulichen Qualitäten des mittelalterlichen Zentrums wieder zur Geltung. Sie stärkten darüber hinaus seine Wohnfunktion und boten dem Einzelhandel neue Entwicklungsperspektiven.

  • Förderkulisse: Städtebaulicher Denkmalschutz
  • Fördermittel: 35 Mio. Euro (bisher umgesetzt)
  • Gebietsgröße: 40,5 ha
  • Zeitraum: 1991-2018
  • Strategie- u. Konzeptentwicklung: Mitwirkung bei Erarbeitung der Ziele und Maßnahmen der Sanierung
  • Vorbereitung Gesamtmaßnahme, Erarbeitung und Fortschreibung von Planungen/Konzepten
  • Betreuung privater Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen
  • Durchführung von Ordnungsmaßnahmen zur Erhaltung bzw. Wiederherstellung des historischen Stadtbildes und Stadtgrundrisses
  • Ausbau/Erneuerung Erschließungsanlagen
  • Koordination aller Beteiligten
  • Abwicklung des laufenden Zahlungsverkehrs, Führung der Treuhandkonten