/ Stadtentwicklung
Die BIG Städtebau, ein Unternehmen der BIG-BAU, ist einer der Marktführer im Bereich der Stadtentwicklung. Wir beraten Städte und Gemeinden bei allen Fragen der zeitgemäßen Stadt- und Quartiersentwicklung. Mehr noch: Mit der Erfahrung von 70 Unternehmensjahren sind wir an neun Standorten in Deutschland als treuhänderischer Sanierungsträger nach § 158 BauGB Experte für die Umsetzung ihrer städtebaulichen Gesamtmaßnahme, egal in welcher Programmkulisse der Städtebauförderung. Dabei verbinden wir städtebau- und förderrechtliches Fachwissen mit hoher städtebaulicher, architektonischer und immobilienwirtschaftlicher Kompetenz und Gewährleisten so den Prozess von der strategischen Konzeptionierung bis hin zur baulichen Realisierung.
Förderprogramme
Ortszentren beleben, soziale Missstände beheben, Innenstädte stärken, den Denkmalschutz berücksichtigen: Um die Herausforderungen zu meistern, stehen Städten und Kommunen zahlreiche Förderprogramme zur Verfügung. Wir wissen, wie diese effektiv und nachhaltig genutzt werden. Im Umgang mit den Programmen oder auch in der Anwendung des besonderen Städtebaurechts bieten wir dabei ein Höchstmaß an Professionalität und Verantwortungsbewusstsein. Qualität und Zuverlässigkeit garantieren wir in Form einer jährlichen ISO-Zertifizierung nach DIN ISO 9001 (siehe Download-Bereich am Ende dieser Seite).
Wir unterstützen Sie bei allen Förderprogrammen von Bund und Ländern
Bund und Länder haben gemeinsam eine neue Struktur der Städtebauförderung erarbeitet. Die Förderung konzentriert sich seit Anfang 2020 auf drei Programme, für die insgesamt 790 Millionen Euro zur Verfügung stehen.
Lebendige Zentren
Im Fokus des neuen Förderprogramms Lebendige Zentren liegen die Entwicklung von Orts- und Stadtkernen sowie die damit verbundene Identifikation der Bewohner mit ihrem Quartier. Dazu gehören die Revitalisierung und behutsame Erneuerung von Innenstädten und Ortskernen, die Erhaltung von historischer Bausubstanz und kulturellem Erbe, verbesserte Grün- und Freiflächen sowie das Quartiersmanagement und Maßnahmen der Daseinsvorsorge.
Sozialer Zusammenhalt
Das Zusammenleben in Stadt- und Ortsteilen gemeinsam gestalten – so lautet das Kernziel des Förderprogramms Sozialer Zusammenhalt. Das Programm unterstützt eine soziale Quartiersentwicklung, Integration, Bildung und Teilhabe. Neu geschaffene Orte der Begegnung, Grün- und Freiflächen sowie eine familienfreundliche Umgebung sollen die Wohn- und Lebensqualität für alle Bevölkerungsgruppen insgesamt verbessern.
Wachstum und nachhaltige Erneuerung
Leerstand beseitigen, neue Wohngebiete erschließen, Gebäude klimagerecht modernisieren, Grün- und Freiflächen qualifizieren, die städtische Infrastruktur und Mobilität bedarfsgerecht anpassen: Das Förderprogramm Wachstum und nachhaltige Erneuerungdient dazu, Quartiere lebenswert zu gestalten. Weitere Schwerpunkte im Bereich Nachhaltigkeit sind Konzepte zum Starkregenmanagement, zur wassersensiblen Stadtplanung und zur Reduzierung sogenannter Wärmeinseleffekte.
2,6
Milliarden Euro Treuhandvermögen werden von uns verwaltet.
Städtebauliche Beratung
Stadtzentren und Quartiere aufwerten, Förderchancen optimal nutzen, städtische Funktionen reaktivieren: Wir bieten das komplette Leistungsangebot zur Konzeption und Durchführung komplexer Stadterneuerungsprozesse – von der vorbereitenden Untersuchung bis zum integrierten Handlungskonzept, vom klimagerechten Quartier der Zukunft bis zur ganzheitlichen Entwicklung von Städten und Kommunen.
Klimagerechte Stadtentwicklung
Für eine ganzheitliche Entwicklung von Städten und Kommunen legen wir auch großen Wert auf die Betrachtung der Aspekte von Klimaschutz- und Klimafolgenanpassung. Wir beraten zu Möglichkeiten der Integration in die Stadtentwicklung und Möglichkeiten der Förderung.
Projektsteuerung
Wie werden Städtebauprojekte gestartet und erfolgreich umgesetzt? Welche Schritte sind für einen Wettbewerb oder eine Mehrfachbeauftragung notwendig? Wir haben das Fachwissen, die Erfahrung, das Netzwerk. Wir steuern städtebauliche Projekte von der Fördermittelakquisition bis zur Finanzierungsplanung, von der Vorbereitung über die Durchführung bis zur Abrechnung der Gesamtmaßnahme, zum Teil mit einer Laufzeit von mehr als 15 Jahren. Unsere Stadtplaner und Projektleiter steuern zudem Ausschreibungs- und Gutachterverfahren, führen bei Wettbewerben Verhandlungsrunden durch, wählen Teilnehmer und Jury aus, moderieren, dokumentieren. Wir sind die Schnittstelle zwischen den Auftraggebern, Behörden und allen weiteren Projektbeteiligten.
Aktivierung von Bestandsimmobilien
Revitalisierung statt Neubau – Innenentwicklung statt Expansion
Zukunftsfähige Stadtentwicklung bedeutet, Bestehendes weiterzudenken: Revitalisierung statt Neubau, Innenentwicklung statt Expansion.
Veränderte bauliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen führen dazu, dass viele Gebäude, Flächen und Infrastrukturen ihre ursprüngliche Funktion nur noch eingeschränkt erfüllen. Leerstände und mindergenutzte Immobilien sind längst in vielen Städten und Gemeinden Realität – und stellen eine ästhetische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderung dar.
Gleichzeitig entstehen neue Anforderungen an Wohnen, Arbeiten und Zusammenleben, die innovative Nutzungskonzepte erfordern. Der Umgang mit Bestandsimmobilien braucht daher vorausschauende Konzepte, die lokale Bedarfe ernst nehmen und wirtschaftlich tragfähige Lösungen aufzeigen. So werden aus Problemimmobilien echte Chancenräume für die Stadtentwicklung.
Wir unterstützen Kommunen dabei, Bedarfe und Bestand in Einklang zu bringen und passgenaue Lösungen für lokale Gegebenheiten zu entwickeln. Ob Umnutzung einer Immobilie, Revitalisierung einer Brachfläche oder Entwicklung von Gewerbeflächen – wir begleiten den gesamten Prozess: von der faktenbasierten Bedarfsanalyse, über die Ermittlung passender Nutzungen, die Einbindung und Beratung von Eigentümern und Nutzenden bis hin zur Umsetzungssteuerung.
Neben der Konzeptentwicklung unterstützen wir auch bei Finanzierungsfragen und Fördermittelakquise, um Projekte nachhaltig aufzustellen.
Für eine umfassende Beratung arbeiten wir eng mit unserem Schwesterunternehmen GEWOS Institut für Stadt-, Regional- und Wohnforschung zusammen. Gemeinsam bieten BIG Städtebau und GEWOS fundierte Analysen, verlässliche Beratung und praxisorientierte Lösungen für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung.
Regionale Entwicklung
Die Auswirkungen des demografischen Wandels führen in vielen Regionen und Kommunen zu schrumpfenden Bevölkerungszahlen. Dies erfordert wirksame Strategien, um die Infrastruktur der Daseinsvorsorge nachhaltig anzupassen. Insbesondere medizinische Versorgung, Schulen, Kitas, Mobilitäts- und Freizeitangebote sind von diesen Auswirkungen betroffen. Die BIG-BAU arbeitet eng mit den Gemeinden und ihrem unabhängigen Forschungs- und Beratungsinstitut GEWOS zusammen, um Herausforderungen frühzeitig zu erkennen. Deren fundierte Analysen bilden die Ausgangsbasis für die strategische Anpassung der Infrastrukturangebote in der Region. Wir setzen Bürgerbeteiligungen um und gestalten als strategischer Berater der Gemeinden und Kommunen deren Zukunft konzeptionell mit.
Modellprojekte der regionalen Entwicklung
Auch die Umsetzung der erarbeiteten Maßnahmen ist bei uns in besten Händen: Wir koordinieren Fördermittel und kümmern uns um die sorgfältige Abwicklung des Projekts. Beispielhaft ist das Gesundheitshaus Woldegk zu nennen, ein Modellprojekt für Mecklenburg-Vorpommern: Begleitet von der BIG Städtebau errichtete die Stadt Woldegk ein neues Versorgungszentrum mit Praxen für Physiotherapie, Allgemein- und Fachmedizin. Dank umfassender Planung, Nutzungs- und Finanzierungskonzepte, Bürgerbeteiligung und Fördermittel ist in zentraler Lage eine hochwertige medizinische Grundversorgung der Bevölkerung sichergestellt, die weite Wege zu verschiedensten Fachärzten erspart.
Soziale Infrastruktur
Bildungsbauten
Schulen, Kindertagesstätten, Sport- und Schwimmbäder oder Bibliotheken entsprechen technisch, energetisch und in ihrer Raumstruktur häufig nicht mehr den heutigen Standards. Städte und Gemeinden sehen sich mit verschiedenen Ausgangslagen konfrontiert: Neue Schulen müssen gebaut, vorhandene erweitert oder saniert werden. Die BIG Städtebau arbeitet maßgeschneiderte Lösungsansätze heraus und begleitet Städte und Gemeinden im gesamten Prozess – von der Beratung zu klimatechnischen Standards und der Finanzierungsplanung bis zur Begleitung des Vorhabens als Projektsteuerer. Hierfür greifen wir auf unsere jahrelange Expertise im Umgang mit Gemeinbedarfseinrichtungen und erfolgreich begleiteten Bildungseinrichtungen zurück.
Innenstadt
Innenstädte und Zentren sind Orte des gesellschaftlichen Lebens, der Daseinsvorsorge, generationenübergreifender Treffpunkt und allen voran Image- und Identitätsstifter für Städte und Gemeinden. Doch der Veränderungsdruck auf die Innenstädte und ihre vielfältigen Funktionen als Zentren des sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens steigt. Nach inhabergeführten Kleingeschäften schließen vielerorts auch Kaufhäuser, Filialisten und Dienstleister ihre Niederlassungen in den Innenstädten. Internethandel und globale Krisen verändern die Konsum- und Freizeitgewohnheiten und stellen auch bislang stabile Strukturen auf die Probe.
Innenstädte müssen sich den verändernden Rahmenbedingungen möglichst schnell und nachhaltig anpassen, um weiterhin ihre Rolle als identitätsstiftende Mitte des kommunalen Lebens ausfüllen zu können. Für die Kommunen ergeben sich Herausforderungen, die sie nur gemeinsam mit ihren innerstädtischen Stakeholdern angehen können:
- Wie können Kommunen und Stakeholder zusammenarbeiten, um auf die Veränderungen zu reagieren?
- Welche Möglichkeiten hat die Kommune ein attraktives, städtebauliches Umfeld zu schaffen?
- Wie lassen sich Innenstädte und Zentren in ihrer Vielfalt aktivieren, stärken und fit für die Zukunft machen?
Wir bieten fachkundige Beratung und ganzheitliche Begleitung unter Mitnahme aller relevanter Akteure der Stadtgesellschaft. Grundlage für handlungsorientierte Innenstadt- und Nutzungskonzepte sind fundierte städtebauliche Analysen und an die Bedarfe der unterschiedlichen Stakeholder angepasste Beteiligungsprozesse, die in wirkungsvolle Maßnahmen münden, deren Umsetzung wir fachkundig begleiten.
Ganzheitlich Städte entwickeln
Im Rahmen der Stadtentwicklung beschäftigen wir uns auch mit weiteren Kernthemen. Mehr zu diesen Bereichen erfahren Sie hier:
Barmbek-Nord, Hamburg
Themen
- Forschung und Beratung
- Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Barmbek-Nord, Hamburg
Der Stadtteil Barmbek-Nord, unweit nordöstlich der Hamburger City, wurde im 2. Weltkrieg schwer zerstört. Der Wiederaufbau des traditionellen Arbeiterviertels gab ihm die Grundlage einer über Jahrzehnte vital wirkenden Entwicklung zurück. So war die zentrale Fuhlsbüttler Straße lange ein gut funktionierender Einzelhandelsstandort. Doch mit seinem Profil litt der Stadtteil in unmittelbarer Konkurrenz zur Innenstadt zunehmend unter Folgen des Strukturwandels im Einzelhandel und Kaufkraftabfluss. Vorbereitende Untersuchungen nach § 141 BauGB führten 2005 zur Ausweisung des Quartiers als Fördergebiet im Programm „Städtebauliche Sanierung“. Die BIG-BAU wurde 2006 nach einer europaweiten Ausschreibung als treuhänderischer Sanierungsträger beauftragt. Gemeinsam mit den städtischen Beteiligten und nicht zuletzt mit dem 2006 entstandenen Sanierungsbeirat wurde ein Integriertes Entwicklungskonzept (IEK) erarbeitet und inzwischen dreimal fortgeschrieben. Übergeordnete Leitziele der dabei verfolgten Entwicklung sind u. a. die bessere räumliche Verknüpfung innerhalb des Quartiers, die Stärkung der zentralörtlichen Funktionen, insbesondere des Einzelhandels, sowie der Ausbau der kulturellen und gesellschaftlichen Zentrumsfunktion mit entsprechenden Einrichtungen zur Identitätsbildung. Die baulichen Ansätze konzentrieren sich auf markante Funktions- und Aufenthaltsbereiche. Dabei ziehen die öffentlichen Maßnahmen steigende private Investitionen, z. B. in Handels- und Gewerbeimmobilien, nach sich, deren Volumen im Laufe des Sanierungsverfahrens ein Vielfaches der öffentlichen Fördermittel beträgt. Inzwischen wandelt sich auch das Image des Stadtteils und fördert kaufkräftigen Zuzug.
Kennzahlen
- Förderkulisse: Aktive Stadt- und Ortsteilzentren, Stadtsanierung und Entwicklung
- Fördermittel: 6,3 Mio. Euro
- Kosten: ca. 12,8 Mio. Euro (Mitteleinsatz bis 2017)
- Gebietsgröße: ca. 21 Hektar
- Zeitraum: 2006 bis 2020
Leistungen
- Aufstellung und Fortschreibung des Integrierten Entwicklungskonzeptes (IEK)
- Erarbeitung und jährliche Fortschreibung des Zeit-Maßnahmen-Kosten-Planes (ZMKP)
- Organisation von Beteiligungsprozessen in Einzelvorhaben und Veranstaltungsorganisation
- Projektsteuerung und Begleitung von baulichen Maßnahmen
- Erarbeitung von Anträgen, städtebaulichen Verträgen und schriftlichen Stellungnahmen zu genehmigungspflichtigen Vorgängen
- Moderation von thematischen Gesprächsrunden und öffentlichen Veranstaltungen
- Bürgerberatung sowie individuelle Projektberatung von Eigentümern, Investoren und Nutzungsberechtigten
- Laufende Pressearbeit, Medienbeobachtung und Öffentlichkeitsarbeit
- Initiierung und Koordination der internen Kommunikation im Quartier, u. a. durch Betreuung und Mitwirkung im Beirat
Stadterneuerung, Güstrow
Themen
Stadterneuerung, Güstrow
Die Altstadt Güstrows komprimiert auf gut 60 Hektar ein eindrucksvolles architektonisch-städtebauliches Erbe. Der mittelalterliche Stadtgrundriss mit seiner Parzellenstruktur und die Bausubstanz – von 800 Gebäuden sind 80 Prozent Einzeldenkmäler oder von besonderer städtebaulicher Bedeutung– führten bereits zu DDR-Zeiten zur Einstufung als Flächendenkmal von nationalem Rang. Besondere Förderung durch den Bund erhielt Güstrow von 1991-96 als eines von neun „Modellvorhaben der Stadterneuerung“ in den neuen Ländern. Als Sanierungsträger wurde die DSK-BIG beauftragt. Unter anderem wurde die Infrastruktur erneuert, der öffentliche Raum sowie ein Großteil der Gebäude neugestaltet und saniert. Fast 300 private Modernisierungen wurden im Ergebnis fachlicher Beratungen und komplexer Förderungsmodelle vorgenommen. Hierfür vorbereitend hat die BIG-BAU detaillierte bauhistorische Untersuchungen und denkmalpflegerische Zielstellungen initiiert und betreut. Darunter sind markante Einzeldenkmale wie das Renaissancepalais Domplatz 16 und der Umbau der von 1560 stammenden Domschule zu einem Teil des benachbarten Gymnasiums. Die BIG-BAU bringt dabei vor allem ihre Kompetenzen in der anspruchsvollen Konzeptentwicklung und in der Akquisition geeigneter Fördermittel von EU, Bund, Land und privaten Stiftungen ein.
Kennzahlen
- Förderkulisse: Städtebaufördermittel, EFRE, BKM-Mittel, Landesdenkmalmittel, Stiftungsmittel, GA-Mittel etc.
- Fördermittel: 130 Mio. Euro (Stand Dez. 2019)
- Kosten: 185 Mio. Euro (Stand Dez. 2019)
- Gebietsgröße: ca. 62,5 Hektar
- Zeitraum: seit 1991
Leistungen
- Strategieentwicklung für Sanierungsziele und -maßnahmen
- Betreuung bauhistorischer Untersuchungen und denkmalpflegerischer Zielstellungen
- Abwicklung von privaten Modernisierungsmaßnahmen
- Betreuung von Gemeinbedarfs- und Folgeeinrichtungen
- Ausbau und Erneuerung von Erschließungsanlagen
- Abwicklung des laufenden Zahlungsverkehrs, Führung von Treuhandkonten
- Erstellung des abschließenden Verwendungsnachweises und Dokumentation für die städtebauliche Gesamtmaßnahme
Nooröffnung, Eckernförde
Themen
Nooröffnung, Eckernförde
Seit den 90er Jahren befindet sich die Eckernförder Innenstadt in einer kontinuierlichen Umstrukturierung. Zum einen reagiert die Stadt damit auf Veränderungen, z. B. in der Hafennutzung, den Einzelhandelsstrukturen oder bei touristischen Anforderungen, zum anderen schafft sie selbst Angebote. Primärziel der ökonomischen, funktionalen und städtebaulichen Aspekte dieses Prozesses ist die Verbesserung der innerstädtischen Wettbewerbsfähigkeit. Die Realisierung der Entwicklungsziele erfolgt seit 2004 im Rahmen des Programms „Stadtumbau West“. Dazu wurden drei Stadtumbaugebiete und ein Sanierungsgebiet festgelegt. Die BIG-BAU erhielt von Eckernförde den Auftrag zur Steuerung des Gesamtprozesses. Leitbilder sind dabei das 2006 erarbeitete ISEK für die Gesamtstadt und der „Städtebauliche Rahmenplan Innenstadt“ von 2008. Geographisch konzentrieren sich die Ansätze vor allem auf den Bereich Nooröffnung, der als Sanierungsgebiet festgelegt ist. Diese Landenge am Altstadtrand riegelt das Windebyer Noor, einen Brackwassersee im Westen, gegen die Ostsee ab, ist maßgeblich durch die frühe Industrialisierungsära geprägt und bedarf zeitgemäßer Nutzung. Ein städtebaulicher Wettbewerb identifizierte vorrangig Freizeit- und hafentouristische Ziele. Dazu werden die öffentlichen Räume umgestaltet und der Verkehr zum Teil neu geordnet. Eines der zentralen Gestaltungselemente ist die Anlage einer neuen Wasserfläche, die die 1928 verfüllte Verbindung zwischen dem Binnenhafen und dem Windebyer Noor wieder öffnet. Im Projekt „Nooröffnung“ koordiniert die BIG-BAU die Grundstückstransaktionen zur Neuordnung, fällige Rückbauten wie die der 60 m hohen HaGe-Kornsilos, Planung und Steuerung der Erschließung, Verhandlungen mit Eigentümern und Investoren, Moderationen und Bürgerbeteiligungsverfahren, Finanzierung und Dokumentation.
Kennzahlen
- Förderkulisse: Stadtumbau West
- Kosten: ca. 25 Mio. Euro
- Gebietsgröße: ca. 6,7 Hektar
- Zeitraum: 2004 bis 2025
Leistungen
- Steuerung des Gesamtprozesses
- Strategieentwicklung
- Vergabe der Fachplanungen, Abbruch- und Bauleistungen (tlw. EU-weite Ausschreibung)
- Begleitung und Steuerung der Bauleit- und Fachplanungen, der Abbruch- und Baumaßnahmen
- Finanzierungs- und Fördermittelmanagement
Stadtkern, Oranienburg
Themen
Stadtkern, Oranienburg
Die Kreisstadt Oranienburg liegt an der nördlichen Peripherie Berlins. Ihr Zentrum, bestehend aus der barocken Alt- und der Mittelstadt zwischen Havel und Bahnlinie aus dem 18. und 19. Jahrhundert, wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und nur teilweise wieder aufgebaut. Dabei gingen die ursprüngliche Parzellenstruktur und die historische Bebauung verloren. Das Schloss, jahrzehntelang militärisch genutzt, stand nach 1990 leer. Die Summe der Ordnungs-, Gestaltungs-, Nutzungs- und Bauprobleme wirkte sich messbar negativ auf die Entwicklung des gesamten Mittelzentrums aus. Anfang der 90er Jahre wies Oranienburg die Innenstadt als Sanierungsgebiet aus. Seit 1998 arbeitete die DSK-BIG als treuhänderischer Sanierungsträger für die Stadt, u. a. in diesem Projektkomplex. Schwerpunktaufgaben bildeten die Erhaltung bzw. Wiederherstellung des historischen Stadtgrundrisses, die Entwicklung von Lösungen für Baulücken und Brachen, die Neuordnung von Blockbereichen, die Gestaltung des öffentlichen Raumes sowie der Schutz und die Sanierung verbliebener historischer Gebäude. In diesem Kontext erwarb die Stadt z. B. das Schloss und sanierte es bis 1999 mit einem Nutzungskonzept. In einer Kombination aus Beratung, moderater Förderung und fachlicher Begleitung gewann die BIG-BAU auch private Investoren für die Sanierung historischer Gebäude sowie für Brachflächen- und Lückenbebauungen. Ein wesentlicher Teil der städtebaulichen Fördermittel diente der Finanzierung von Erschließungsmaßnahmen. Die übrigen Mittel wurden für private Modernisierungsmaßnahmen, die Sanierung öffentlicher Gebäude und für Vorbereitungs- bzw. Ordnungsmaßnahmen verwendet. Im Ergebnissetzt nun auch die Oranienburger Innenstadt Akzente im Ausstrahlungsbereich Berlins.
Kennzahlen
- Förderkulisse: Stadtsanierung und Entwicklung, Aktive Stadt- und Ortsteilzentren
- Fördermittel: ca. 36 Mio. Euro
- Gebietsgröße: 73 Hektar
- Zeitraum: 1991 bis 2020
Leistungen
- Strategieentwicklung
- Altlastenbereinigung
- Ausbau/Erneuerung Erschließungsanlagen
- Betreuung privater und öffentlicher geförderter Sanierungsmaßnahmen
- Durchführung von Ordnungsmaßnahmen zur Erhaltung bzw. Wiederherstellung des historischen Stadtbildes und Stadtgrundrisses
- Fördermittelmanagement, Abwicklung des Zahlungsverkehrs und Dokumentation
- Abrechnung von Einzelmaßnahmen, ab 2021 Abrechnung der Gesamtmaßnahme