Sanierung und Entwicklung

Sanierung und Entwicklung

Mit dem Bund-Länder Programm „Sanierung und Entwicklung“ wurde erstmals ein Städtebauförderungsprogramm ins Leben gerufen. Es begann 1971 mit der Verabschiedung des Städtebauförderungsgesetzes und entwickelte sich mit zunehmenden Anforderungen und aus der Realisierung resultierenden Erkenntnissen im Laufe von 40 Jahren zu einem hervorragenden und breit angelegten Instrumentarium der behutsamen und regulierenden Stadterneuerung.

Die städtebaulichen Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen beinhalteten ein vielfältiges Spektrum von Einsatzbereichen und Handlungsfeldern für Gesamt- und Einzelmaßnahmen. Spätestens Anfang der 1990er Jahren wurde jedoch die Notwendigkeit von speziellen thematischen Förderprogrammen für die unterschiedlichen Herausforderungen und Problemlagen der Kommunen offenbar und es entstanden neue Förderkulissen wie „Städtebaulicher Denkmalschutz“, „Stadtumbau Ost“ bzw. „Stadtumbau West“, „Soziale Stadt“ und einige mehr.

Diese spezialisierten Programme der Städtebauförderung übernehmen seit 2012 die Aufgaben des klassischen umfassenden Förderprogrammes der Sanierung und Entwicklung ohne dabei auf das konventionelle Sanierungsrecht zu verzichten.
Mit der treuhänderischen Begleitung städtebaulicher Sanierungsmaßnahmen „von Anfang an“ – nämlich seit 1969 – verfügt die BIG Städtebau über umfangreiche, vielfältige und fundierte Erfahrung in der erfolgreichen Umsetzung der unterschiedlichen Programme vom ersten Konzept bis zur Schlussabrechnung.

Referenz: Rendsburg Büdelsdorf Hafenquartier/Obereider

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Über den Flusssee Obereider sind die Gemeinden Rendsburg und Büdelsdorf mit einer der meistfrequentierten Wasserstraßen der Welt, dem Nord-Ostsee-Kanal, verbunden. Beide Städte, unterstützt von der BIG Städtebau GmbH, sahen aber das Potential dieses 40 Hektar großen Areals als Impulsgeber bis in die Region hinein.

Die Entwicklung dieser Flächen gehört zu den wichtigsten interkommunalen Planvorhaben in Schleswig-Holstein. Ein städtebaulicher Ideenwettbewerb leitete den Ausbau zu einem Mischgebiet mit Wohn-, Gewerbe- und touristischer Nutzung ein. Durch die Errichtung einer Bahnbrücke über die Obereider und den Abbruch eines angrenzenden Parkhauses wurde das Gebiet neu erschlossen und über einen neuen Tunnel unter den parallel zum Ufer verlaufenden Bahngleisen mit der historischen Rendsburger Altstadt und dem Schlossplatz verbunden. Der Bau einer hafenseitigen Promenade und die Sanierung der Kaimauer werten das Gebiet zusätzlich auf. Ein Investorenauswahlverfahren soll eine nachhaltige und durchmischte Nutzung der attraktiven ufernahen Lagen sicherstellen. Die BIG Städtebau GmbH steuert als treuhänderischer Sanierungsträger die Gesamtmaßnahmen in diesem regionalen Projekt.

  • Förderkulisse: Sanierung und Entwicklung
  • Fördermittel: Städtebauförderung, GVFG u. EFRE
  • Kosten: 18,5 Mio. Euro
  • Gebietsgröße: ca. 40 ha
  • Zeitraum: 1998 - 2016
  • Machbarkeitsstudien, städtebauliche Konzepte und Bauleitplanung
  • Bodenordnung und Grunderwerb
  • Erschließungsplanung und -durchführung (inkl. Bauoberleitung)
  • Vermarktung und Investorenbetreuung
  • Finanzierungs- und Fördermittelmanagement
  • Projektsteuerung

Referenz: Kiel Hörn

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Die „Hörn“ ist der südwestlichste Ausläufer der Kieler Förde in Kiel. Der Stadthafen reicht bis in das Stadtzentrum und war seit dem späten 19. Jahrhundert industriell geprägt, u.a. durch Werften. Betriebsschließungen im späten 20. Jahrhundert mit industriellen Hinterlassenschaften und den Folgen des Zweiten Weltkrieges sorgten für ein mit Altlasten besetztes Niemandsland in hervorragender City- und Uferlage – ein trennendes Element in der Stadtentwicklung.

Im Jahr 1989 wurde der „Hörn-Bereich“ als Sanierungsgebiet festgelegt. 1990 übernahm die BIG Städtebau GmbH als treuhänderischer Sanierungsträger die Steuerung dieses größten Entwicklungsprojekts in Schleswig-Holstein, wirkte in den Planungsverfahren mit und führte die Verhandlungen mit den Eigentümern der Gebietsteile.

Die Industriebrache soll in ein attraktives Quartier mit einer Nutzungsmischung aus Dienstleistung, Gewerbe, Wohnen und Freizeit verwandelt werden. Außerdem verbindet das Gebiet die Kieler Stadtteile Gaarden und Mitte und stärkt damit das Zentrum funktional.

Das Areal um den Germaniahafen hat inzwischen maritimes Flair mit Wohn- und Bürogebäuden, mit Tag- und Nachtleben, mit Promenaden und Erholungswert und wird demnächst vollständig bebaut. Die Privatisierung letzter verfügbarer Grundstücke steht an. Auf einer Freifläche im Süden des Gebiets entsteht ein Sport- und Freizeitbad.

  • Förderkulisse: Sanierung und Entwicklung, GI URBAN (EFRE)
  • Fördermittel: Städtebauförderung, EU-Mittel (EFRE)
  • Kosten: ca. 135 Mio. Euro
  • Gebietsgröße: 26,5 ha
  • Zeitraum: 1991-2018
  • Strategieentwicklung für die Sanierung
  • Initiierung der Erarbeitung u. Fortschreibung der städtebaulichen Planungen
  • Steuerung des Sanierungsablaufs
  • Abbruch baul. Anlagen u. Altlastenbereinigung
  • Ausbau/ Erneuerung von Erschließungsanlagen
  • Finanz- und Fördermittelmanagement, Führung von Treuhandkonten, Abwicklung des laufenden Zahlungsverkehrs
  • Bewirtschaftung u. Verwaltung des Treuhandvermögens (inkl. Grundstücke)
  • Grundstücksvermarktung, Investorenbetreuung
  • Erstellung eines abschließenden Verwendungsnachweises und Dokumentation für die städtebauliche Gesamtmaßnahme